Im urigen Putlitz in Brandenburg wurde heuer zum zweiundzwanzigsten Mal der „Putlitzer Kurzgeschichtenpreis“ verliehen. Als neues Vereinsmitglied wollte ich dabei sein und Muffel, mein treuer Campervan, und ich machten uns auf den Weg.
Der Preis, mit cleverer Ironie angelehnt an den weltbekannten „Pulitzer Literaturpreis“, findet mehr und mehr Interesse in der Region. So berichtete der rbb in seiner Sendung „Der Tag“ am 12. Juni in mehreren Live-Schalten von der Autorenlesung am Vorabend der Preisvergabe.



Für Schreibende wird der Preis in gleichem Maße attraktiver. Mehr als 830 Einsendungen bedeuteten Schwerstarbeit für Jurymitglieder.
Der leicht verregnete Freitagnachmittag begann mit einem Stück traditionellen Blechkuchens mit Rhabarber im kleinen Gasthaus von „Ottchen“, direkt hinter dem Putlitzer Rathaus gelegen. Das kleine Gasthaus ist gemütlich eingerichtet mit Nippes und Fotos aus der Region. Die Inhaberin ist im Ort bekannt als „Tante Ottchen“, eigentlich heißt sie Ines, aber das, psst, wissen nur Eingeweihte. Sie hat das kleine Lokal zu einem echten Treffpunkt in Putlitz gemacht und jedem, der hier vorbeikommt, empfehle ich die Einkehr.
Mit Trommelwirbel kündigt sich der Höhepunkt an. Das Putlitzer Fanfarencorps empfängt am frühen Samstagabend Gäste und Honoratioren vor der Putlitzer Kirche, dem größten Raum im Ort und der ist gefüllt. In der Kirche warten die Vorleserinnen des Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasiums in Pritzwalk und die Autorinnen der sechs Gewinnertexte nervös auf den Beginn der Veranstaltung. Moderation und die Begleitmusik komponiert vom Leiter der Musikschule Putlitz bilden den Rahmen für die Darbietung der Siegertexte. Spannend, verstörend und wohl temperiert kommen sie daher. Ein Genuss für Literaturliebhaber.
Danach fällt der Stress bei der After-Laudatio-Party in der Pfarrscheune ab. Autoren und Putlitzer kommen sich sprachlich näher und Gemeindemitgliederinnen haben wieder für die Stärkung gesorgt. Es ist Spargelzeit in der Region und so genießen die Gäste hausgemachte Spargelsuppe und Schnittchen mit Griebenschmalz. Erst spät endet der Ausklang eines fantastischen Wochenendes für Literaturliebhaber. Ich habe jede Minute genossen.
Der Literaturpreis wird jährlich verliehen. Wer mitmachen möchte, findet Näheres auf der Website der 42er-Autoren. Die nächste Ausschreibung wird in der zweiten Augusthälfte 2026 veröffentlicht. Der Verein fördert die Literatur und ermöglicht Austausch von Autoren untereinander.





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